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Bordwerkzeug(e), Hilfsmittel und Ersatzteile

 

Ausrüstung ab Werk

Fast jeder will es im originalen Zustand für sein Auto haben, obwohl alle wissen, daß man mit dem Bordwerkzeug - in diesem stark beschränktem Umfang - sicherlich nur in sehr wenigen Fällen etwas anfangen kann - inbesondere wenn man auch noch auf Ersatzteile verzichtet. Meine Werkzeugtasche hatte folgenden Inhalt, wobei ich mir recht sicher bin, daß der Inhalt der ursprünglichen Zusammensetzung entspricht:
 

Fürs Foto wurde die Tasche inner Maschine gewaschen und anschließend gebügelt.
 

  • Radschlüssel (der nicht in der Tasche aufbewahrt wird),
  • Kerzenschlüssel von Hazet mit T-Stück als Griff,
  • Kombizange mit Seitenschneider aus dem Hause Hapewe,
  • Schraubendreher-Griff von Felo mit zwei wechselbaren Einsätzen (jeweils zwei Größen für Schlitz sowie Kreuzschlitz),
  • Kunststoffzange für Sicherungswechsel (ohne Herstellerkennzeichen),
  • Gabelschlüssel 8/10, 11/13, 14/17und 17/19.

Im Bordwerkzeug enthalten ist außerdem eine Schachtel mit Sicherungen. Im Internet-Online-Handel werden viele Mercedes-Benz-Bordwerkzeugsätze mit Wasserpumpenzange angeboten, jedoch war eine solche ab Werk offensichtlich nicht enthalten.
 

Die “Technischen Ratschläge” gibt es in größerer Zahl und häufiger aktualisierten Ausgaben, erkennbar am Druckdatum auf der Rückseite.

Ein Hinweis dazu steht nämlich im Zusatzheft “Reisen mit Mercedes-Benz-Fahrzeugen. Technische Ratschläge”, nach welchem eine solche - zusammen mit anderen Werkzeugen im sogenannten “Ergänzungs-Bordwerkzeugsatz” (engl. supplementary toolkit) - gegen Aufpreis geliefert wurde. Wollt Ihr danach suchen? Vergeßt es lieber. Selbst im weltweiten Online-Auktionshandel hat die Sterntwiete sowas nur einmal gefunden. Verkaufspreis im August 2012 volle 200 US-Dollar, dabei fehlte noch die Hälfte der Werkzeuge. Wer natürlich dringend etwas braucht, um sich an seinem Stammtisch größer und/oder interessant zu machen, der muß halt suchen und entsprechend tief in die Tasche greifen. Zumindest konnte über diese Auktion die Frage geklärt werden, was denn Inhalt dieses Ergänzungssatzes ist - hier die Auflösung:

  • Werkzeugtasche mit Lasche und sechs Fächern, zum Zubinden
  • Zwei Fettpressen: Eine normale für das Fahrwerk, und eine mit spitzem Mundstück für die Türscharniere (Hinweis: Pressol bietet bis heute Fettpressen aus Metall mit zwei wechselbaren Mundstücken an).
  • Doppelringschlüssel 6x7, 8x10, 9x11, 12x14, 17x19 (in diesem Falle von HEYCO Modellreihe 450)
  • Wasserpumpenzange Länge 125mm
  • Doppelsechskantstiftschlüssel Größe 14, Teilenummer 120 581 0565
  • Reifenluftdruckprüfer mit Gravur “Mercedes-Benz” im Pappetui
  • Umrechnungstabelle für Maßeinheiten


Doch nun wieder zurück zum Standard: Die serienmäßige Werkzeugtasche für den W108 besteht aus olivgrünen Stoff, wird durch Bänder verschlossen und besitzt auf der Rückseite zwei Schlaufen, durch die der Radschlüssel geschoben wird:
 


Damit kommen wir zur Frage, wo denn das Bordwerkzeug im Kofferraum befestigt wurde, und zwar “ordnungsgemäß” - im Sinne des Herstellers. Denn es wurde nicht einfach in den Stauraum gelegt, sondern eben über den Radschlüssel und zwei entsprechenden Haltern an der inneren Seite des Abschlußbleches angebracht.
 

Obwohl viele bei Arbeiten am Auto eine mehr oder minder ausgeprägte Geschicklichkeit an den Tag legen, scheitert manch einer nachweislich an der “Fragestellung der Unterbringung” des Bordwerkzeugs ...
 

Im Kofferraum neben der Heckleuchte auf der Beifahrerseite gibt es zwei eher wenig beachtete Halter, in die der einteilige Radschlüssel geklemmt wird, an welchem
wiederum der Bordwerkzeugsatz hängt.
 

Die richtige Tasche muß damit auf der Rückseite über zwei Schlaufen verfügen.
Der geteilte, zusammensetzbare Radschlüssel der späteren W123 paßt weder
durch die Schlaufen noch in die Halter.


Aus alten W123-Zeiten besaß ich noch zwei weitere Bordwerkzeugsätze. Die rot eingefärbten Leinentaschen haben keine Schlaufen auf der Rückseite. Interessant könnte an dieser Stelle vielleicht noch sein, wer denn die abgebildeten Gabelschlüssel hergestellt hat:
 

Auf der Vorderseite prangt der Markenname. Der jeweilige Hersteller steht rücklings:

Mit dabei: Die großen Namen des deutschen Werkzeugbaus wie Dowidat / Gedore, Heyco und Matador. Der letzte Schlüssel stammt von Carl Walter.


Das Mercedes-Benz-Bordwerkzeug ist vielleicht etwas umfangreicher als anderswo, doch trotz alledem dürftig, was aber auch niemanden verwundert. Denkbar sind Erweiterungen des Bordwerkzeugs in mehreren Stufen, je nach Anforderung (oder nach “Harmoniebedürfnis” des Automobilisten). Der erste Schritt ist deshalb beschränkt auf ein geringfügiges Füllen unter Beibehaltung der Tasche:
 

Ergänzt: Öldienstschlüssel von Hazet, Gedore Wasserpumpenzange, Zahnbürste
für die Zünderkerzen und eine Pressol-Fettpresse mit wechselbaren Mundstücken.


Die nächste Ausbaustufe wäre vielleicht folgende, die aber zweifelsfrei nicht mehr in die normale Stofftasche paßt. Der Umfang dieses Satzes ist:

  • Zündkerzenschlüssel mit T-Griff-Einschub
  • Radschlüssel
  • Hazet Öldienstschlüssel für Mercedes-Benz-Fahrzeuge
  • Wasserpumpenzange (Empfehlung: Heyco, oder Gedore, wie beim G-Modell)
  • Kombizange (original Hapewe, besser Zange aus Heyco Expert Koffer)
  • Gummihammer (ein Schlosserhammer ist Bestandteil im W100-Bordwerkzeug! Bei Ferrari 250 und 330 gibt es einen Kupferhammer, für funkenfreies Draufloshauen)
  • Imbus-Schlüssel (auch Bestandteil im W100-Bordwerkzeug)
  • Durchschläger / Splinttreiber 4mm  (im Bordwerkzeug etwa vom Fiat Dino enthalten)
  • Pressol-Fettpresse mit zwei Mundstücken
  • Messingbürste
  • Kontaktfeile
  • Kunststoffzange für Sicherungswechsel
  • Kunststoffkeil zum schonenden “Abhebeln” (statt Schraubendreher)
  • Wiha Schraubendreher für Kreuz und Schlitz
  • Fühlerblattlehre
  • Kfz-Prüflampe (Hazet, auch im W100-Bordwerkzeug enthalten)
  • Gabelschlüsselsatz (z.B. 6-22 von Heyco Typ 350)
  • Reifenluftdruckprüfer Motometer (Metall, verchromt)
  • Magnetheber
  • Ventileinstellschlüssel-Nuß Hazet (hier: Motortyp M130)
  • Rollgabelschlüssel (bei vielen Bordwerkzeugsätzen von “Engländer”n enthalten)
  • Gripzange
  • Zündkerzenlehre

Für die Ventileinstellschlüssel-Stecknuß braucht man natürlich eine 1/2”-Knarre mit mindestens kurzer Verlängerung (nicht abgebildet) Gleiches kann auch für das Durchdrehen an der Kurbelwelle genutzt werden, sofern eine weitere Nuß vorliegt: SW 27 beim M130, und stattliche SW 50 beim M100.
 

Der Felo-Umsteckschraubendreher ist zwar original (für viele ja ein unverzichtbarer Aspekt), kann aber gern durch z.B. Wiha Schraubendreher ersetzt werden, da der Qualitätseindruck des erstgenannten doch recht weit unterhalb der Erwartung für
passable Werkzeuge liegt.

 

Beispiel: In eine solche Rolltasche geht fast alles obige rein, man kann sie aber
 so nicht mehr “anklemmen” aufgrund der fehlenden Halteschlaufen.


Der originale 17er-Radschlüssel läßt sich auch durch eine W123-Version ersetzen, mit Einschränkungen wie oben bereits genannt. Dieser Radschlüssel ist zweiteilig und hat einen Kopf mit an einem Ende 10er und am anderen 17er Schlüsselweite, dazu kommt ein Rohrsteckschlüssel-Griffteil. Letzteres wiederum kann man mit einem 10x11 Rohrsteckschlüssel von Heyco erweitern, und hat damit sogar eine einschiebbare, mehr oder minder stabile Verlängerung - siehe Bilder:
 

Zweiteiliger Radschlüssel vom W123: Den dritten Teil (10x11-Rohrsteckschlüssel
 von Heyco) kann man sich extra besorgen, in den großen Rohrsteckschlüssel
unten einschieben und bei Bedarf als Verlängerung benutzen.
 

Zündkerzenschlüssel von Hazet mit Mercedes-Benz-Kennzeichnung - bis mindestens
zur Modellreihe W123 im Bordwerkzeugsatz enthalten.
 

Umsteckschraubendreher für Schlitz- und Kreuzschlitzschrauben in jeweils zwei
Größen. Praktisch, aber vom Anbieter Felo nur in mäßiger Qualität ausgeführt.
 

Alternativer Radschlüssel von Heyco aus der “Expert”-Werkzeugkoffer-Reihe.
Massiv und hochglanzverchromt in SW 17 und 19. Der Quergriff hat eine Klinge
zum Abheben der Radkappe - insgesamt sehr empfehlenswert, da auch zusammenlegbar und damit weniger sperrig als gekröpfte Radschlüsel.
 

Zündkerzenlehre von ELORA.
 

Sogenannter Öldienstschlüssel Typ-Nr. 2760 von Hazet, der seit Jahrzehnten
Sonderwerkzeuge für die Stuttgarter herstellt.
 

Wer die riesige Bordwerkzeugtasche vom G-Modell für die Bundeswehr verwendet,
kann sogar diesen alles andere als kleinen Heyco-Drehmomentschlüssel mit
einpacken.
 

Geeigneter Steckschlüsselsatz: Auch hier wieder am Beispiel von Werkzeug
aus dem Hause Heyco. Ganz oben auf der Steckleiste ein Zündkerzen-
Einsatz, zwei Positionen darunter ein Ventileinstellschlüssel, an vierter Stelle ein
27er Einsatz zum Durchdrehen der Kurbelwelle beim Sechszylinder.

 

Eigentlich der klassische “Automobil-Bordwerkzeughammer” schlechthin: Thor Kupferhammer (aus UK). Ist einseitig mit Rohleder bezogen, daher die Bezeichnung  “Copper/Rawhide”. Gehört allerdings in die Zeit der 50er und frühen 60er, als man noch Zentralverschlüsse an den Rädern hatte. In der 1kg-Ausführung bei frühen Jaguar-Modellen Standardausrüstung im Bordwerkzeug. Kann man neuerdings direkt bei Amazon beziehen, Size A hat ein Gewicht von 350 g (entspricht normalem Schlosserhammer), Size 1 ist 750 g schwer.
 

Wer diese ganzen Teile tatsächlich noch fürs individuell zusammengestelle Bordwerkzeug braucht, kann auf die schon oben erwähnte Bordwerkzeug-Tasche vom Bundeswehr-G-Modell zurückgreifen. Das sieht dann ungefähr so aus:
 

Diesmal mit Hammer; es gehen aber auch noch der Drehmomentschlüssel und der
Steckschlüsselsatz mit hinein (hier nicht abgebildet). Die nachfolgende Abbildung zeigt das quadratmetergroße Täschchen dann zusammengerollt:
 



Parallel zu einem jetzt noch umfassenderen Ausbau des Bordwerkzeugs stellt sich erneut die Frage der Unterbringung. Sternwiete empfiehlt dafür den konsequenten Übergang auf eine qualitativ hochwertige Werkzeugtasche aus kräftigem Leder:

 

Ist zeitgenössisch und paßt beim W108 in die linke Kofferraummulde - Lederkoffer des Werkzeugtaschen-Herstellers Parat. Solch eine Tasche nimmt dann auch diverse
Ersatzteile auf wie Zündkerzen, Zündkabel, Keilriemen oder sonstwas.
 

Weitere Werkzeuge

Ein Hinzudenken von weiteren Werkzeugen ist nicht sonderlich schwierig. Die mit Stern (*) gekennzeichneten Dinge kann man direkt von Mercedes-Benz erwerben, und zwar stammen sie aus der “DriversLine”-Collection.

  • Zusätzliche Schraubendreher mit kurzem Schaft
  • (*) Steckschlüsselsatz 1/4” SW 6-13 (“Mini-Knarrenkasten”) oder 1/2” SW 6-27, mit kurzer Verlängerung
  • Radzentrierbolzen als Reifenmontagehilfe
  • Messer
  • Schlauchklemme für Kühlwasserschläuche- oder Benzinleitungen (Hazet, Elora)
  • Multitool (*). Mögliche Hersteller sind Victorinox, Leatherman und Buck, aber auch HEYCO. Bei Mercedes als Zubehör für unter 20 Euro erhältlich. Im Bild ein Exemplar von “Black & Decker”:

Erstes Beispiel: Multitool von Black & Decker, das von einem deutschen Hersteller
produziert wird.
 

Zweites Beispiel: Multi-Tool von Heyco, jedoch ohne große Zange.

 
  • Gripzange (feststellbare, kräftige Zange). Kurzgeschichte eines Bastlers aus einem Internet-Forum: Man könnte bei einem Leck am Bremssystem damit sogar den entsprechenden Bremsschlauch “dichtpressen” und weiterfahren, also nur noch mit drei Bremsen in Funktion. Hat wohl geklappt, aber insgesamt eine sehr gefährliche Geschichte!
  • “Messograf” (Kugelschreiber als Meßschieber und Profiltiefemesser)
  • Adapter zum manuellen Schließen des Schiebedachs (so vorhanden) nicht vergessen!
  • längeren, stabilen Draht, ggf. Enden als Haken.

 

Anbieter

Appetit kommt beim Essen - wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und mal einen mehr oder minder umfassenden Überblick zum Thema Werkzeug gewinnen möchte, sollte die Internet-Seiten der nachfolgenden Hersteller durchforsten und die jeweilige Produktpalette als PDF-Download beziehen. Besitzer von klassischen Automobilen bedienen sich wohl gern vorrangig über das Gebrauchtangebot auf Teilemärkten, es kann jedoch auch erstrebenswert sein, Werkzeuge ganz normal neu zu beschaffen. Denn nicht selten werden gewisse Artikelserien jahre- oder jahrzehntelang hergestellt, und qualitativ hochwertige Objekte kauft man sich sowieso nur einmal im Leben ...

  • Stahlwille - gegründet 1862 von Eduard Wille. Viele Besitzer sehen darin Maximalqualität. Steckschlüsselsatz mit großer und kleiner Knarre (1/2” und 1/4”) um 650€.
  • Hazet - gegründet von Hermann Zerver 1868. Vollsortimenter mit umfangreichen Kfz-Spezialwerkzeugen im Programm. Professioneller Ausrüster der 1. Kajüte. Liefert so gut wie alle Sonderwerkzeuge für Mercedes-Benz-Fahrzeuge.
  • Gedore - Gebrüder Dowidat Remscheid, gegründet 1919. Ebenfalls Vollsortimenter, eigentlich “übervoll”. Ganze Werkstatt-Rollwagen mit be-”füll”ten Schubladen zwischen 2000 und 4000€. Günstigeres gibts bei der neueren Gedore-Marke Carolus. Als Ersatz für das originale Bordwerkzeug kann der Werkzeugkoffer Gedore Touring (47tlg. Komplettset) dienen.
  • Matador - gegründet im Jahre 1900. Nach eigener Aussage Herstellung ausschließlich am deutschen Standort Remscheid. Viele Kfz-Sonderwerkzeuge, u.a.auch Bundeswehrausstatter. Profi-Linie bei BAUHAUS. In deren Katalog gibt es einen komplett bestückten Werkstatt-Rollwagen für 1.000€.
  • Heyco - gegründet von Max und Ernst Heynen im Jahr 1937 in Remscheid. Marktführer bei Kfz-Bordwerkzeugen, liefert auch für Bentley, Rolls-Royce und Aston-Martin, vielleicht am häufigsten bei BMW-Mobilen anzutreffen. Sehr begehrt auf dem Gebrauchtmarkt für Werkzeugkoffer-Komplettsets ist die “Expert”-Reihe. Preisgünstigere Hausmarke ist Heytec (Grundfarbe der Werkzeuge (Griffstücke) von Heyco ist grün, von Heytec blau).
     


Hier einmal ein Heyco-Werkzeugsatz aus den 80er Jahren. Schon seit den
60er Jahren waren in Autozubehörkatalogen Bordwerksätze von Fremd-
anbietern abgebildet.
 

  • Elora - gegründet 1924, u.a. Bundeswehrausstatter. Größere Anzahl spezieller Kfz-Werkzeuge im Programm, auch komplette Bordwerkzeugsätze in Rolltaschen. Preisgünstigere Handelsmarke ist Elofort.
  • Carl Walter - etablierter und traditionsreicher Hersteller aus Wuppertal.
  • Klann - Gedore Konzern. Auf Sonderwerkzeuge für Automobilhersteller spezialisiert, bekannt insbesondere für hochwertige und sichere Federspanner.
  • WGB - Westfälische Gesenkschmiede Breckerfeld, Qualitätswerkzeuge seit 1909. Profi-Linie bei Hornbach.
  • Knipex - gegründet 1882. Führender Hersteller von Zangen aller Art mit pyramidonal umfangreichem Programm.
  • Wiha - Willi Hahn, 1939. Schonach in Baden-Württemberg. Schraubendreher, Zangen und feinmechanische Werkzeuge.

Beachtenswert außerdem:

  • Pressol - gegründet 1920. Pressen, Pumpen, Kannen, Meßbecher, Werkstatttechnik. Liefert Fettpressen aller Größen.
  • GOTT - Werkzeugfabrik Walter Gott Solingen, aufgelöst 1973 (Nachfolge Nöthen/NWS). “Gott” lieferte einst mindestens den Hammer für das 600er Bordwerkzeug.
  • PFERD - August Rüggeberg 1897. Werkzeuge zur Trennung von Werkstücken und Behandlung von Oberflächen; Feilen, Schleifscheiben, und für Kraftfahrzeuge eben auch die Zündkerzen-Messingbürste.
  • Motometer - in der Benz-Ecke vorrangig bekannt für Kompressionsdruck-Schreiber und Reifenluftdruck-Prüfer,  letzteren gibt es in verchromter Vollmetall-Ausführung im Online-Handel aus Bundeswehrbeständen. Vom Motometer-Kompressionsdruckschreiber kann man auch nur das Griffstück erwerben und dieses, verbunden mit Batterie und Starter, dazu verwenden, den Motor anzulassen ohne den Zündschlüssel drehen zu müssen.
  • Flaig - gegründet 1923. Hat hochwertige Reifenluftdruck-Prüfer im Angebot.
  • Ate - Automobilzulieferer Alfred Teves seit 1906, heute Continental-Teves. Liefert auch Werkzeuge wie Kolbenrücksetzzangen, Entlüftungsgeräte, Bremsschlauchklemmen, Bremsleitungs-Biegegeräte.
  • Parat - gegründet 1945 in Remscheid und somit in der Nähe der bekannten Werkzeughersteller. Bietet u.a. hochwertige Werkzeugkoffer, ist professioneller Ausrüster. Früher gab es viele Koffer vorrangig in stabiler Lederausführung mit verzinktem Metallboden und variabler Innenausstattung (Einsätze werden als “Tafeln” bezeichnet). Die Sterntwiete hat sich zuletzt für eine gebrauchte Rolltasche in Dunkelblau mit Lederriemen entschieden.

Wer sich mit den Produktprogrammen der oben genannten Anbieter auseinandersetzt, kauft vielleicht keine namenlosen Werkzeuge mehr, was in der Folge finanziell etwas belastend werden kann, aber nicht teuer im Sinne eines ungünstigen Preisleistungsverhältnisses. Alle diese Hersteller werden bei Händlern im englischsprachigen Ausland gern mal mit “fine german hand tools” attributiert.

 

Hilfsmittel

Treten wir jetzt drei Schritte zurück: Werkzeuge allein reichen nicht! Gibts am Auto real ein Problem, kommen noch andere Hilfsmittel zum Einsatz und müssen in der Regel auch Ersatzteile her. Ein Differential für die Hinterachse ist hier nicht unbedingt gemeint, aber vielleicht Keilriemen und Zündkabel?

  • Breites, dickes, kräftiges Textilklebeband
  • Bindedraht
  • Lüsterklemmen, als längere Leiste (Kabel- und auch Seilzug-Verbinder!)
  • Schnellverbinder (Kunststoff)
  • Spezial-Frontscheibenreiniger als Scheibenwischerersatz! Und zwar gibt es eine Sorte, die Regentropfen stark abperlen läßt, und man mehr oder minder ohne Scheibenwischer weiterfahren kann.
  • Kontaktspray bzw. Multifunktionsöl
  • Was zum Schreiben - Mini-Block mit Kugelschreiber (*)
  • Einen mittelgroßen Lappen für alles mögliche
  • Papiertrichter - in platzsparender, faltbarer “Einmal-”Ausführung
  • (*) Stabile Taschenlampe, dabei keine Akkus verwenden. Die Selbstentladung ist hierbei hoch, Akkus halten grundsätzlich nie sehr lange die gespeicherte Energie.
  • Sonnenschutzfolie für Frontscheibe - man kann sich auch drauflegen ... :-)

 

Ersatzteile / Betriebsstoffe
  • 1 Liter Motor-Öl
  • Zündkabel, 1x mittellang, 1x lang
  • Zündkerzen
  • Sicherungen
  • 1x Zündkontakt
  • Radbolzen
  • Keilriemen (WaPu + Lichtmaschine sowie Servolenkung und Klima)
  • Scheibenwischer
  • Kühlwasserschläuche - meist sind zwei Durchmesser notwendig. Hier nimmt man jeweils ein längeres Stück mit; kürzen kann man ja immer noch. Schlauchschellen nicht vergessen, aber nur wenige verschiedener Durchmesser notwendig.
  • Stück Kraftstoffschlauch, auch hier Schlauchschellen (-größe) bedenken
  • Kabel für elektrische Verbindungen, nicht zu dünn, mittlerer Querschnitt.
  • Ersatzrad - ggf. Tausch gegen Kompressor (*) und Reifendichtmittel (spart Gewicht)
  • (*) Ersatzglühlampen (sehr empfindlich gegen Erschütterungen):
Sonstiges
  • Feuerlöscher
  • (*) Warnweste
  • Warndreieck
  • (*) Verbandskasten
  • 1 Paar Arbeitshandschuhe
  • Starthilfekabel
  • Abschleppstange
  • ggf. dicke Plastikfolie (als Ersatz für defektes Scheinwerferglas oder Türscheibe)
  • Abschmierplan für Fahrwerk (in den alten Betriebsanleitungen enthalten, aber nicht in den neuen)
  • Schaltplan (in alten Betriebsanleitung noch enthalten)
  • Belegung/Position der Zündkabel auf der Verteilerkappe (Zündfolge)
  • Tube Handwaschpaste
  • Marderschutz: Wer sich vor Marderbissen in die Zündkabel oder anderer Leitungen schützen will, sucht sich mit Kunststoff überzogenen Maschendraht (rostet nicht bei Berührung mit anderem Metall) aus dem Baumarkt und schneidet ein oder zwei Stücke in der Gesamtgröße der Kofferraummatte heraus. Bei Nichtgebrauch werden diese unter der Matte abgelegt. Zum Schutz dann, meist wohl nachts, unter den Motor auf die Straße legen - Marder treten niemals auf diese großen, sich bewegende Objekte.

 

Es sieht in dieser Auflistung nach einer größeren Menge aus, als es wirklich ist. Wer übrigens auf ein Ersatzrad verzichtet und dafür einen Mini-Kompressor sowie Reifendichtmittel mitnimmt (wird von Mercedes für neuere Modelle schon lange Zeit angeboten), der kann Platz und Gewicht sparen. Ich selbst habe mir noch den Gästeschirm von Mercedes gegönnt - in 904 dunkelblau :-)

 

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