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DER DOPPELNOCKER W108 mit M110
Schauen wir uns hier ein Modell an, welches zwar in vielen Details vom Originalzustand abweicht, doch mittels Technikkomponenten neuerer Mercedes-Modelle aufgewertet wurde. An erster Stelle steht hier der M110 Doppelnockenwellen-Motor mit Querstrom-Zylinderkopf, der zum Produktionsstart 1972 mit einer für diese Hubraumklasse (2.8 Liter) überdurchschnittlichen Leistung von 185 PS aufwartet. Für 108er-Fahrer leider nicht mehr erhältlich, wurde an diesem Einzelstück nachgeholt, was nicht mehr direkt aus den Stuttgarter Werkshallen rollen durfte:
Das Aggregat sowie das dazugehörige Getriebe hatten bei der Implantation noch keine 80.000km gelaufen. Sämtliche Umbauten sind laut Aussage des Besitzers im Brief eingetragen. Der M130 wurde 1972 weitgehend überarbeitet und erhielt damit die Typennummer M110. Änderungen betrafen - abgesehen von Versteifungen - weniger den Block, dafür aber so gut wie alle übrigen Komponenten. Die Kurbelwelle weist nun 12 Gegengewichte auf, die den Ausgleich der rotierenden Massenkräfte um 25% verbessern und damit merklich die Laufruhe steigern. Außerdem kommt ein Zwei-Massen-Schwingungsdämpfer zum Einsatz, der nun sowohl bei niedrigen wie auch bei hohen Drehzahlen wirksam ist. Eine völlige Neuerung sind die Pleuel, welche nun über die Möglichkeit verfügen, die Kolbenböden mit Öl anzuspritzen und damit zu kühlen. Die Motorenentwickler widmeten sich auch dem Ölkreislauf. Zur Verminderung der Panscharbeit ist eine tiefere Ölwanne eingebaut, auch verhindert ein außenliegender Ölrücklauf zur Ölwanne die Verwirbelung durch den Kurbeltrieb. Hier die Ansicht unter der Motorhaube:
Wie bereits erwähnt, ist die bedeutendste Änderung am Motor der aus Silumin hergestellte Querstrom-Zylinderkopf mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Das Gehäuse stellt hinsichtlich Fertigung sehr hohe Ansprüche an die Gießtechnik. Mercedes-Benz leistet sich hierbei aber keine Blöße: Die Stuttgarter nahmen 1972 am Aluminium-Druckguß-Wettbewerb mit eben diesem Nockwellengehäuse teil und belegten hierbei den 1. Platz.
Auffällig neben der Sitzgarnitur ohne Kopfstützen die Lackierung in Bordeauxrot-Metallic. Ein ähnlicher Farbton findet sich mit dem Code 571 im Mercedes-Benz-Programm. Das Interieur blieb weitgehend unangetastet, doch fanden sich Möglichkeiten zum Einbau eines CD-Radios mit MP3-Player sowie JBL-Lautsprechern. Äußerlich fallen die 7x15 BBS-Felgen ins Auge. Natürlich ursprünglich nicht für den 108 erhältlich, aber schon sehr früh am Markt zu finden gewesen, weithin bekannt bzw. typisch für 80er Jahre BMW. Für Umbauten bei Fahrzeugen mit H-Kennzeichen gilt die 20-Jahres-Regel, d.h. Zubehör diesen Alters wird als zeitgenössisch betrachtet und verhindert nicht die Einstufung als kraftfahrtechnisches Kulturgut.
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