EINBLICKE AUGUST 2007

 

Tag der offenen Flügeltür


Ehemals in Leonberg/Württemberg beheimatet, hat ISDERA, die Ingenieursgesellschaft für Styling, Design und Racing, seit 2005 ihren Firmensitz auf dem Gelände eines der größten Vertragspartner für Mercedes-Benz in Niedersachsen gefunden. Ende August 2007 öffnete die  Autohaus Marheineke GmbH & Co. KG in Hildesheim alle Türen und Tore  für das Publikum zur Präsentation der neuesten Modelle mit dem  Stern - und ISDERA die Flügeltüren der eigenen, legendären Kreationen. Gründer und Geschäftsführer Eberhard Schulz scheute die Massen  durchaus nicht und beantwortete bereitwillig alle Fragen.

"ISDERA baut in Kleinserie eigenwillige Sportwagen", schreibt die Automobil Revue in einer älteren Jahresausgabe, in welcher mit dem Spyder, dem Imperator und dem Einzelstück Commendatore 112i schon die wichtigsten Modelle aufgeführt sind. Zwei der bekanntesten fehlen hier allerdings, vom neuesten konnten die Schweizer damals natürlich noch nichts wissen. 2006 stellte Autobauer Eberhard Schulz auf dem European Concours d'Elegance in Schwetzingen sein bisher letztes Meisterstück vor, den Autobahnkurier.

 

Autobahnkurier 116i

Die gesamte Motorpresse berichtete von diesem Doppel-V8 (zwei Mercedes-Benz M117 mit je 5.0 Litern Hubraum), dessen hintereinander angeordnete, aber nicht miteinander verbundene Motoren unter der vorderen Haube ihre Kraft an jeweils eine Achse weitergeben und schon ganz allein genug Leistung zur Verfügung stellen könnten. Der Fahrer hat hierbei die Wahl zwischen Front-, Heck- oder Allradantrieb. Kunden, die sogar das selbst entscheiden möchten, besäßen hier alle Freiheiten - so der Autobahnkurier denn je an einen Kunden abgegeben würde. Die Steuerung der beiden Achtzylinder stempelt Schulz mit der Kennzeichnung "Top Secret" - es ist ein ISDERA-Betriebsgeheimnis. Einen frühen Doppelmotor-Wagen (zwei Vierzylinder mit je 60 PS) datiert die Mercedes-Benz-Chronik übrigens auf 1905. Ein Mr. Bowden errang den Weltrekord über eine Meile in Ormond Daytona und kam dabei immerhin auf 176,5 km/h.

Wenn man vieles doppelt sieht, kann es einfach nur daran liegen, daß man im Auto-
bahnkurier sitzt. Instrumente für Drehzahl, Öldruck, und Kühlwassertemperaturen
gibt es für jeden Motor.

Beeindruckend sind kaum minder die Äußerlichkeiten, dies aber nicht nur aufgrund der Länge von 5.65 Metern. Denn bei der Gestaltung des Autobahnkuriers wählte Schulz als Vorbilder die großen Kompressorwagen der 1930er Jahre, damals wie heute unbezahlbare Schätze. Gedankliche Anleihen nahm man bei Mercedes-Benz und Bugatti, doch handelt es sich beim Autobahnkurier keineswegs um die Kopie eines bestimmten Modells. Ziel sollte es sein, daß selbst Kenner auf den ersten Blick das Fahrzeug nicht historisch korrekt zuordnen können sollen. Dieser Rückgriff auf Monumente der Karosseriebaukunst versetzt jeden normalen Betrachter in Erstaunen: Wie kann man heute noch trotz sich kontinuierlich verschärfender Zulassungsvorschriften Autos mit freistehenden Kotflügeln und Scheinwerfern sowie einer quadratmetergroßen Flosse auf die Straße bringen?

Ganz normal zugelassen in Hildesheim. Irgendwie fehlt noch ein "J" in der
Mitte des Kennzeichens.

Technischer Hintergrund für eine solche Maßnahme ist normalerweise, den Einfluß seitlicher Anströmung auf das Fahrverhalten zu verringern, doch gilt dieses für strömungsgünstige Fahrzeuge, zu denen der Autobahnkurier nun nicht unbedingt gezählt werden kann. Selbst beim Tatra 87 bezweifeln Aerodynamiker eine erkennbare Wirkung jener Ausführung wegen der damals gewählten Form und Größe. Inwiefern sich tatsächlich eine Verbesserung der Richtungsstabilität am Autobahnkurier durch die Flosse ergibt, kann nicht beantwortet werden, die Frage stellte sich erst im Nachhinein. Ihre Funktion erfüllen aber auf jeden Fall die Heckflossen der Mercedes-Benz-Modelle C111-III und -IV.

Zwar kompressorlos, dafür aber kompromißlos - der kolossale Antrieb des
Autobahnkuriers.

Am Anfang des Autobahnkurier-Werdegangs stand das Verlangen eines potentiellen Kunden. Die Keimzelle legte ISDERA mit einem weitgehend fertigen Entwurf 1984, für den es auch ein Tonmodell gab. Doch die Wehen zogen sich über Jahre, die Geburt erfolgte bekanntlich erst 2006, weil zwischenzeitlich der Autobahnkurier auf Eis gelegt werden mußte und andere Projekte eine höhere Priorität erhielten. Eine der Absichten war von Anfang an die Verwendung modernster Kraftfahrzeugtechnik. ISDERA griff auf Komponenten aus dem Mercedes-Regal zurück, bei Motoren, Getrieben und Achsen wählte Schulz zielsicher geeignetes Material, welches in der ehemaligen S-Klasse W126 verbaut wurde, inklusive Servolenkung und ABS. Auf Komfort wurde nicht verzichtet, Klimaanlage, elektrisch verstellbare und beheizbare Sitze sind beim Autobahnkurier heute so selbstverständlich anzutreffen wie einstmals der mit Perlmutt eingefaßte Instrumententräger eines Mercedes 540K.

Mit den 180 PS eines 540K, eines 4.5-Liter Bentleys oder den 200 PS eines Maybach Zeppelin erreichten die mächtigen Karossen seinerzeit um 160 km/h - der Autobahnkurier ermöglicht mit 2x300 PS über 240 km/h. Doch Zahlen allein geben niemals das tatsächliche Fahrgefühl wieder: Für Schnellfahrer 1930er Klasseautos war das Nachgehen ihrer Passion eine schweißtreibende Angelegenheit. Vergegenwärtigt man sich die zeitgenössische Technik von Radaufhängungen, Brems- und Lenksystemen, ist vorausschauendes Fahren allererste Bürgerpflicht des Herrenfahrers, heute sogar noch weitaus mehr als früher. Nicht so beim ISDERA Autobahnkurier 116i: "Alltagstauglich und vollgasfest" stehen als Anforderungen im von Eberhard Schulz selbst erstellten Lastenheft.

Welches Gefühl beschleicht wohl den Audi-, Mercedes- oder BMW-Fahrer, wenn
dieses Kühlergesicht im Rückspiegel auftaucht?

In den 60ern begann das Tuning für Jedermann, Doppelscheinwerfer galten als sportlich und sollten im Rückspiegel vorausfahrender Verkehrsteilnehmer sogenanntes Überholprestige vermitteln; bei der Modellreihe W108/109 spricht man noch heute vom "6.3er-Gesicht", wenn man die Halogenlampen meint. Die Frontalansicht des Autobahnkuriers steht mindestens eine ganze Klasse darüber, besonders bei Geschwindigkeiten weit oberhalb von 200 km/h.

Der Autobahnkurier 116i ist ein unverkäufliches Einzelstück und soll im Fuhrpark von ISDERA verbleiben. Gerüchteweise wird der Wert des silbernen 16 Zylinders auf ca. 1 Mio. Euro geschätzt.

 

Technische Daten ISDERA-Einzelstücke

 

Erator GTE

CW311

Commendatore

Autobahnkurier

Modell-
vorstellung

1968-69

1978

1993

2006

Karosserie

 





 

Kofferraum

Tankinhalt

Zweisitziges
Flügeltüren-
Coupe

Gitterrohrrahmen mit verklebter Kunststoff-
Karosserie

Zweisitziges
Flügeltüren-
Coupe

Gitterrohrrahmen mit GfK-
Karosserie

 

 

120 Liter

Zweisitziges
Flügeltüren-
Coupe

Rohrrahmen-
chassis, Kunst-
stoffkarosserie

 

200 Liter

120 Liter

Zweisitziges
Coupe
 



 

 

333 Liter

145 Liter


Dimensionen und Gewichte

Länge/Breite/
Höhe (cm)

Radstand (cm)

Spur v/h (cm)

Bodenfreiheit

Wendekreis (m)



 

403/177/96
 

 

 

 

 



 

410/183/11
 

240

147/139

 

 



 

466.5/188.5/104
 

260

159.5/157

 

 



 

565/195/156
 

361

 

 

 


Leergewicht / max.

 

960 kg

 

1250 kg

 

1480 / 1680 kg

 

2270 / 2555kg


Motor


5.0 Liter V8 (AMG auf Basis
Mercedes-Benz, mit Weber- Vergasern), 420 PS bei 6200 U/min

 


6.8 Liter V8 (Mercedes- Benz M100, durch AMG über- arbeitet), 375 PS bei 5100 U/min, 565 Nm bei 3000 U/min

 


6.0 Liter V12 (Mercedes- Benz M120), 408 PS bei 5200 U/min, 580 Nm bei 3800 U/min
 


10.0 Liter V16 (2xV8 Mercedes- Benz M117), 600 PS, 900 Nm bei 2700 U/min
 


Anordnung


Mittelmotor


Mittelmotor


Mittelmotor


Doppelter Frontmotor


Kraftüber-
tragung


5-Gang-Getriebe ZF


5-Gang-Getriebe
 


5-Gang-Getriebe
 


5-Gang-Autom.


HA-Über-
setzung

 

 


3.33

 


Antriebsart


Hinterrad-Antrieb


Hinterrad-Antrieb


Hinterrad-Antrieb


Wahlweise Front-, Heck- oder Allrad- Antrieb


Fahrwerk

 




 

Räder & Reifen

 


Vorn Doppel- Querlenker
 

Hinten je zwei Querlenker und ein Längslenker
 

V. 4.3/11.6-15
H. 4.3/13.6-15


Vorn doppelte Dreiecks- querlenker

Hinten Quer- lenker und Längsschub- streben

V. 255/35ZR18
H. 285/30ZR20




 




 

V. 285/60R18
H. 285/60R18


Fahrleistungen


Vmax 315 km/h
0-100 km/h 4.0s


Vmax 319 km/h
0-100 km/h 4.9s


Vmax 342 km/h
0-100 km/h 4.6s


Vmax 242 km/h


Anmerkungen


Durchlief mehrere Evolutionsstufen mit unterschiedl. Motortypen (bis MK.III)


Namensgebung durch cW-Wert. Wurde in Details verändert: Klapp- scheinwerfer wichen später glasüberdeckten Doppelschein- werfern

 

 

CW311 und ISDERA Imperator

Eine andere legendäre und auch weithin bekannte High-Performance-GT-Schöpfung, auf die in der besagten Automobil-Revue-Ausgabe zumindest hätte hingewiesen werden können, ist der CW311 von 1978. Ein Fahrzeug, welches das gleiche Rauschen im Blätterwald erzeugte wie der C111 von Mercedes oder der orangerote BMW turbo (1972). Das ISDERA-Emblem besaß er noch nicht, er lief unter dem Label des damaligen Edeltuners b+b aus Frankfurt. Der sich einstellende Presserummel hätte für dessen damaligen Geschäftsführer Rainer Buchmann kaum vorteilhafter ablaufen können: IAA-Auftritt des weißen CW311, automobile Hauptrolle in einem Kinofilm und selbst auf Titelblättern von Quartett-Spielen fand man ihn. b+b erhielt Anerkennung innerhalb der etablierten Automobilindustrie, die Kontakte zu Porsche, BMW und Pirelli intensivierten sich. Doch der Eindruck über die enge Verbindung zwischen dem Sportwagen und der hessischen Kleinstschmiede täuscht über die wahren Verhältnisse der Urheberschaft hinweg: Der CW311 ist weitgehend der Denke und dem Können von Eberhard Schulz zuzurechnen.

Besonders schöngefärbt liest sich ein Bericht der Auto, Motor und Sport aus dem Jahre 1979. Die dortige Darstellung ist denn doch arg weit von der Realität entfernt, der TÜV war beispielsweise nicht in die Vorbereitung zur Zulassung des Fahrzeugs involviert, auch stand Dunlop nicht unterstützend zur Seite. Kenntnisse über Zulassungsverfahren und Typisierung von Modellen besitzt Schulz schon seit seiner Zeit bei Porsche. Dazu zählt auch die Durchsetzung des ungewöhnlichen Dachspiegels. Die tatsächlichen Verhältnisse rund um die Herkunft des CW311 klärt der ISDERA-Chef gern auf: "Mercedes war für mich immer das Größte. Es fehlte im Programm von Daimler-Benz aber ein Supersportwagen, der die Welt schlagen konnte", so Schulz. In den 70ern hatten die Schwaben einen zeitlichen Abstand von 20 Jahren zum 300SL-Flügeltürer hinter sich gebracht, ohne einen Nachfolger in die Preislisten zu setzen. Der C111 wird zwar werbewirksam bis heute auf Aufstellungen herumgereicht, aber er geriet nicht in Kundenhand.

Hildesheimer Ausstellungsstück in 904 Dunkelblau - ein Imperator der 1. Serie.

Das, was bei einem Supersportwagen unter dem Strich herauskommt, hängt in erster Linie vom Antrieb ab, und hier konnte man glücklicherweise zum Konzept passende Ressourcen anzapfen: Die AMG-Mühle in Burgstall lieferte auf Anfrage und Bedarf einen großvolumigen Achtzylinder mit einem Leistungsvermögen um 400 PS. Konkrete Überlegungen für den CW311 sind auf das Jahr 1972 datiert, der Ruf nach einem Motor ereilte AMG 1975, die darauf mit 6.8 Litern Hubraum und 375 PS antworteten. Es handelt sich hierbei übrigens nicht um einen der ehemaligen Motoren, die in den 1971er Rennen eingesetzt wurden. Schon von Beginn an wurde beim Bau des CW311 darauf geachtet, daß viele Details so ausgestaltet werden, wie es der Mercedes-Benz-Philosophie entsprach: Eine gegenüber dem C111 in Richtung Moderne weiterentwickelte Form, die Flügeltüren, seitliche Auspuffrohre nach SLR-Manier, die profilierten Heckleuchten, und natürlich ein Grill, der ausreichend Platz für das Markensymbol läßt. Es sollte immer die Nähe zum untertürkheimer Automobilbau sichergestellt werden, und dies sowohl optisch als auch technisch.

Innenansichten - für einen Imperator-Sportfahrer.

So gut wie einmalig ist wohl die Tatsache zu bewerten, daß der CW311 ganz offiziell den Mercedes-Stern tragen durfte. Selbst in zeitgenössischen b+b Faltblatt-Prospekten ist der Dreizack zu sehen. ISDERA-Chef Schulz kann sich noch sehr gut an den Freibrief mit Regelungen zur Verwendung des Markensymbols aus Stuttgart erinnern. Doch auch nach anhaltendem Zuspruch seitens des Publikums wollten die Schwaben diese Marktnische nicht bedienen (im Gegensatz zu heute), und etwa auf dieser Basis ein eigenes Serienfahrzeug produzieren. Dies erfolgte erst einige Jahre später durch ISDERA. Der CW311 wurde behutsam modifiziert und als Modell Imperator ab 1983 finanzkräftigen Interessenten angeboten. Das Urmodell CW311 wurde nach einiger Zeit an einen Käufer aus Indonesien verkauft.

Die Imperatoren bekamen die neueren 5.0 und 5.6 Liter V8-Motoren von Mercedes-Benz, bei Bedarf auch mit erheblicher Leistungssteigerung durch AMG-Mitwirkung (Vierventilköpfe); den Kühlergrill ziert nun der ISDERA-Adler auf hellblauem Grund. Aber im Gegensatz zu den Oberklasse-Daimlern waren die Imperator-Modelle handgeschaltet, es kam ein passendes ZF-Getriebe zum Einsatz; der Kunde hatte außerdem die Wahl zwischen zwei Hinterachsübersetzungen. Und obwohl nur 31 Fahrzeuge produziert worden sind, unterscheidet man zwei Serien: Die frühere mit niedrigerer Nase sowie die spätere (ab 1991) mit angehobener Front und Entlüftungsöffnungen seitlich über den Vorderrädern. Weiteres Erkennungsmerkmal sind die abgedeckten Scheinwerfer.

ISDERA ist nach eigenem Bekunden Deutschlands Automobilhersteller Nummer neun und sogar in den Ostwaldschen Automobilchroniken "Deutsche Autos" zu finden. Werner Oswald äußerte sich aber über Details kritisch, so bemängelte er Sicherheitsaspekte beim Imperator, dessen Seitenfenster nicht zu öffnen sind.

Die Motorhaube hat der Besitzer nach eigenen Vorstellungen überarbeitet.

In Deutschlands zweitgrößter Stadt Hamburg belebte 2007 zumindest zeitweilig ein silberner ISDERA Imperator das Straßenbild. Dieses Fahrzeug weist einen geringen Umfang an veränderten Details auf: ISDERA-Markensymbole sind durch den Mercedes-Stern ersetzt, und die Abdeckungen des Mittelmotors zieren Mercedes-Benz-Schriftzüge. Die vordere Haube ist in Eigenregie des Besitzers umgestaltet worden, mit zusätzlichen Öffnungen für die Kühlluft.

Veränderte Motorabdeckung, bei einem Imperator in privater Hand. Oben der von
ISDERA patentierte Dachspiegel, den es auch schon am CW311 gab.

 

 

ISDERA-Kleinserien

 

Spyder 033i

Spyder 036i

Imperator 108i

Modell-
vorstellung

1982 - 1992

1983 - 1993


Karosserie

 



 

Kofferraum

Tankinhalt


Offener Zweisitzer / Roadster

 

Rohrrahmenchassis,
Kunststoffkarosserie
 

300 Liter

65 Liter


Zweisitziges Flügeltüren- Coupe

Rohrrahmen- chassis, Kunst- stoffkarosserie

330 Liter

95 Liter


Dimensionen und Gewichte

Länge/Breite/ Höhe (cm)

Radstand (cm)

Spur v/h (cm)

Bodenfreiheit

Wendekreis (m)



 

416/171/113
 

251.5

143/140

13.5cm

8.9



 

422/183.5/113.5
 

248

148/141

13.5cm

8.9


Leergewicht / max.

 

970 / 1200 kg

 

1440 / 1640 kg


Motor


185 PS Vierzylinder- Vierventiler (Mercedes-Benz)

 


3.0 Liter R6 (Mercedes-Benz) frühe Version 188 PS, späte 231 PS bei 6300 U/min, 272 Nm bei 4600 U/min


5.6 Liter V8 (Mercedes-Benz M119), 300 PS, 455 Nm


Anordnung


Mittelmotor


Mittelmotor


Mittelmotor


Kraftüber-
tragung


Fünfgang-Getriebe ZF


Fünfgang-Getriebe
 


Fünfgang-Getriebe
 


HA-Über-
setzung

 


4.0


3.2


Antriebsart


Hinterrad-Antrieb


Hinterrad-Antrieb


Hinterrad-Antrieb


Fahrwerk

 



 

Räder & Reifen


Vorn Dämpferbeinachse mit Schraubenfeder auf
Dreiecksquerlenker

Hinten Raumlenkerachse

 

V. 195/50VR15
H. 195/50VR15


Vorn doppelte Dreiecksquer- lenker

Hinten Quer- lenker mit Längs- schubstreben

V. 245/40ZR17
H. 335/35ZR17


Fahrleistungen


Vmax 242 km/h
0-100 km/h 6.4s


Vmax 262 km/h
0-100 km/h 6.4s


Vmax 282 km/h
0-100 km/h 5.8s


Stückzahlen


17


31, zwei Serien


Anmerkungen


Es gab weitere Motorvarianten


Weitere Motor- varianten mit 5.0, 5.6 und 6.0 Litern Hubraum

ISDERA Spyder

Parallel zum Imperator war das zweite Kleinserien-Fahrzeug der Spyder, den es im Laufe der Zeit mit verschiedener Motorbestückung gab. Den Anfang machte hier ein Vierzylinder-Golf-GTI-Motor, der nach kurzem einem Mercedes-Vierzylinder-Vierventiler wich. Die nächste Ablösung erfolgte durch den in Mercedes-Kreisen wohlbekannten Reihensechszylinder des Typs M104 (z.B. als 300E im W124).

Ein später ISDERA Spyder mit den sogenannten “Gullideckel”-Alufelgen des W126.

Das offene Modell mit sehr knapper Frontscheibe hat den Charakter eines reinen Fahrspaßmobils und besitzt kein Verdeck. Die allem übergeordnete Aufgabe des Spyders ist laut ISDERA der Ansatz, "Überflüssiges wegzulassen." Agilität gewähren das sehr niedrige Leergewicht von 970 kg sowie die Mittelmotoranordnung.

Das Sommerfest im Autohaus Marheinike August 2007 hatte eine Vielzahl von automobilen Highlights zu bieten. Doch bleibt es fraglich, ob auch die Besucher den Ausstellungsstücken (und hier natürlich dem neuesten ISDERA-Modell Autobahnkurier 116i) das richtige Maß an Aufmerksamkeit schenkten; vermutlich wird bei den Betrachtern Verblüffung vorgeherrscht haben. Das wäre nur natürlich: Der Spyder, der Imperator sowie der Autobahnkurier waren zu keiner Zeit Automobile, die einer Art Mainstream zuzuordnen wären, oder zugeordnet werden konnten. Sie glänzten und glänzen bis heute ausnahmslos sowohl durch Innovation als auch durch die konsequente Realisation unkonventioneller, aber immer bereichernder Ideen.

 

Kurze Historie von ISDERA

1968 Fertigstellung der Erstfassung des Erator GTE, was mit dafür sorgte, daß Eberhard Schulz mehr als sieben Jahre bei Porsche verbringt. 1978 folgt die Studie CW311, welche weltweit Aufsehen erregt; der Bau wurde in enger Verbindung mit b+b in Frankfurt bewerkstelligt. 1982 wird ISDERA gegründet, das Ingenieurbüro für Styling, Design und Racing. Ein Jahr darauf Vorstellung des Spyder, 1984 geht dann auch der Imperator an die Öffentlichkeit. ISDERA entwickelt als Auftragsarbeiten parallel Prototypen, zeigt aber 1993 wiederum den Commendatore 112i als eigenes Fahrzeug auf der IAA. Das bisher aktuellste Modell ist der Autobahnkurier 116i.

Unter www.isdera.de können Interessierte das ISDERA-Buch erwerben. Links zu Internet-Videoportalen mit Kurzfilmen zu ISDERA-Fahrzeugen:

 

 

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