Mercedes Benz 300 SL W198 Coupe Roadster: Technische Daten / Datenblatt / Specs sheet / Specifications


Modellbezeichnung
(SL: “Super-Leicht”)


300 SL Coupe

 


300 SL Roadster

Modellcode

W 198 I

 

W 198 II

Karosserie-Baumuster (FG-Nr.)

198.040 Stahl

198.043 Leichtbau

 

198.042

Bauzeit

08.54-05.57

1955-1956

 

02.57-02.63

Stückzahl

1370 Stahl
1 GfK 
1 Alu
*1

28 Alu

 

 

1858

Leergewicht  *10

1295 kg

(1165 kg) *3

 

1330 kg (1286 kg mit Alumotorblock, Hardtop + 40 kg)

Achslast vorn / hinten

680 kg / 875 kg

 

 

710 kg / 850 kg

Zulässiges Gesamtgewicht

1550 kg

 

 

1560 kg

Karosseriegewicht ohne Gitter- rohrrahmen

 

 

 

185 kg ohne Türen und Hauben
 

Gewicht Gitterrohrrahmen
 

82 kg

82 kg

 

 

 

Karosserietyp

Geschlossenes, zweisitziges Coupe,
verschweißter Gitterrohrrahmen (Stahl SD50, später SD32,
25 mm Durchmesser, 1 mm Materialstärke).
Doppelte, belüftete Schottwand zwischen Motorraum
und Fahrgastzelle zwecks Reduzierung Aufheizung
Türen und Hauben aus Aluminium
*6
Flügeltüren*8 mit herausnehmbaren Scheiben,
Radausschnitte mit oberen Spritzschutzkanten
 Dreiecks-Ausstellfenster
Kofferablage hinter den Sitzen
 

 

Offener Zweisitzer mit Klappverdeck (optional Hardtop)
Verschweißter Gitterrohrrahmen (Stahl SD32, 25 x 1)

Doppelte, belüftete Schottwand zwischen Motorraum
und Fahrgastzelle zwecks Reduzierung Aufheizung
Türen und Hauben aus Aluminium
*6
 Türen mit Kurbelfenstern
Radausschnitte mit oberenSpritzschutzkanten

Kofferraum

CW-Wert
 

0,39

 

0,54 (offen)

Motorbauart

6-Zylinder Reihe OHC mit Duplexkette
Graugußblock mit Leichtmetallzylinderkopf

Siebenfach gelagerte Kurbelwelle
Trockensumpfschmierung mit Ölkühler
Motor 50° geneigt eingebaut

 

6-Zylinder Reihe OHC mit Duplexkette
Graugrußblock mit Leichtmetallzylinderkopf,
die letzten 209 Fahrzeuge mit Leichtmetallblock
Siebenfach gelagerte Kurbelwelle
Trockensumpfschmierung mit Ölkühler
 Motor 50° geneigt eingebaut
 

Motor-Baumuster

198.980

 

198.980

Bohrung x Hub

85 x 88

 

85 x 88

Gesamthubraum

2996

 

2996

Verdichtung

8,55:1

 

8,55:1

9,5:1 (Option USA)

Oktanzahl (optim. Leistung)

 89 *7

 

92 *7

100

Leistung DIN PS

200

215
mit Sportnockenwelle
*4
 

 

215
mit Sportnockenwelle
*4
 

225
mit veränderter Sportnockenwelle
*5

bei U/min

5600

5800

 

5800

5900

Leistung SAE HP

220

240

 

240

250

bei U/min

5800

6100

 

6100

6200

Drehmoment mkg

26,5

28

 

28

29,5

bei U/min

4800

4600

 

4600

4800

Maximaler Mitteldruck kg/cm2

 

 

11,4

 

11,4

 

 

Höchstdrehzahl
 

6400

6400

 

6400

6400

Beschleunigung 0-100 km/h

 

9,3 sec (HA 3.64) (Test ‘55)
7,2 sec (AMS Test 2015)
 

 

8,8 sec (HA 3.64) (Test ’58)

 

Höchstgeschwindigkeit km/h
(Angabe Hinterachsübersetzung)

 

208 (4.11)
 220 (3.89) 
235 (3.64)
250 (3.42)
(260) (3.25)
*2
 

 

208 (4.11)
220 (3.89)
235 (3.64)
242 (3.42)
(250) (3.25)
*2

 

Leerlaufdrehzahl

700-800

1000-1100

 

1000-1100

 

 

 

 

 

Füllmenge Motoröl max / min

11 / 8 (für Motorsport 15 / 11)
Öltank fahrerseitig hinter dem Vorderrad

 

11 / 8 (für Motorsport 14 / 11)
Öltank fahrerseitig hinter dem Vorderrad

Füllmenge Kühlwasser

15,5

 

15,5

Gemischaufbereitung

Vom Motor angetriebene mechanische Benzin-Direkt-Einspritzung mit Unterdruckregelung
und “Fettzug” (Choke) für Kaltstart
Vier Ausführungen - letzte:
Bosch PES 6KL R3 (Sechsstempelpumpe)

 

Vom Motor angetriebene mechanische Benzin-Direkt-Einspritzung mit Unterdruckregelung
und “Fettzug” (Choke) für Kaltstart

Bosch PES 6KL R3 (Sechsstempelpumpe)

Einspritzdruck

40 - 48 bar

 

40 - 48 bar

Tankinhalt
 

130 Liter

 

100 Liter

Zündung + Verteilertyp

Batteriezündung mit Fliehkraftverstellung und Einfach-Unterbrecherkontakt, Oktanzahlkompensator
Während Bauzeit drei Bosch-Verteilerausführungen,
frühe Version außerdem mit Unterdruckverstellung
 

 

Batteriezündung mit Fliehkraftverstellung sowie  Doppel-Unterbrecherkontakt und zwei Zündspulen
Oktanzahlkompensator

Lichtmaschine + Batterekapazität

Gleichstrom 150 Watt
56 Ah (Anordnung hinter dem Fahrersitz)

 

Gleichstrom 150 Watt
56 Ah (Anordnung hinter dem Fahrersitz)
 

Getriebetyp Schaltung und Übersetzungen in den einzelnen Stufen

Manuelles Vierganggetriebe, vollsynchronisiert
mit zusätzlicher Ölpumpe
bis FG #40
3,14 / 1,85 / 1,31 / 1 / R: 2,57
danach
3,34 / 1,97 / 1,39 / 1 / R: 2,73
 

 

Manuelles Vierganggetriebe, vollsynchronisiert
mit zusätzlicher Ölpumpe

3,34 / 1,97 / 1,39 / 1 / R: 2,73

Differential und
Hinterachsübersetzung

ZF-Sperrdifferential
3,64

 

ZF-Sperrdifferential
3,64

Hinterachsübersetzungen als
Sonderausstattung
 


4,11 / 3,89 / 3,42 / 3,25

 


4,11 / 3,89 / 3,42 / 3,25

Räder / Felgen

5K x 15-B

 

5.5K x 15-B

Reifen

6.50 - 15 Continental “Super-Sport”
 

 

6.70 - 15 Continental “Super-Sport”
6.70 - 15 Continental “Touren-Spezial” bis max. 200 km/h
 

Vorderachs-Radaufhängung

Einzelradaufhängung mit geschmiedeten Doppel-Querlenkern ohne Bremsnickabstützung,
positiver Lenkrollradius, Sturz einstellbar
 

 

Einzelradaufhängung mit geschmiedeten Doppel-Querlenkern ohne Bremsnickabstützung,
positiver Lenkrollradius, Sturz einstellbar

Vorderachs Federung und Dämpfung
 

Schraubenfedern, Drehstab-Stabilisator
Option: Härter abgestimmt für “sportliches Fahren”
Teleskopstoßdämpfer Fichtel & Sachs,
Zwei Optionen: Mit schwach oder
mit kräftig erhöhter Zugstufe
 

 

Schraubenfedern, Drehstab-Stabilisator

Teleskopstoßdämpfer Fichtel & Sachs

 

Hinterachs-Radaufhängung
 

Einzelradaufhängung mit Zweigelenk-Pendelachse
und einer Schubstrebe je Seite
*9
 

 

Einzelradaufhängung mit Eingelenk-Pendelachse und
 tiefgelegtem Drehpunkt sowie einer Schubstrebe je Seite
*9

Hinterachs-Federung und Dämpfung
 

Schraubenfederung (keine Ausgleichsfeder *11)
Teleskopstoßdämpfer Fichtel & Sachs,
Option: Mit kräftig erhöhter Zugstufe
 

 

Schraubenfederung, Ausgleichsfeder *11
Teleskopstoßdämpfer Fichtel & Sachs

Lenkung

ZF-Roßlenkung, ab FG #152 DB-Kugelumlauflenkung (ohne Servounterstützung), 2 Umdrehungen von Anschlag zu
Anschlag

 

DB-Kugelumlauflenkung (ohne Servounterstützung)
2 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag

Bremssystem

Einkreis mit Servounterstützung (ab ‘55 ATE T-50)

 

Zweikreis mit Servounterstützung (ATE T-50)

Bremsen

Vier Trommelbremsen Alfin-Verbundbauart (Graugußring mit Silumin-Mantel) und äußeren Turboschaufeln, selbstnachstellend

 

Vier Trommelbremsen Alfin-Verbundbauart (Graugußring mit Silumin-Mantel) und äußeren Turboschaufeln, selbstnachstellend
Ab März 1961 vier Scheibenbremsen Bauart Dunlop
 

Fahrzeuglänge

4520 mm

 

4570 mm

Breite / Höhe

1790 mm / 1300 mm

 

1790 mm / 1300 mm

Radstand

2400 mm

 

2400 mm

Spur vorn / hinten

1385 mm / 1435 mm

 

1398 mm / 1448 mm

Wendekreis
 

11,5 m
 

 

11,5 m
 

*1 Das erste Fahrzeug mit Aluminium-Karosserie erhielt noch eine Fahrgestellnummer der Stahlausführung - Summe der Alumodelle 29 Stück.

*2 Offizielle Angabe seitens Mercedes-Benz, jedoch unrealistischer, theoretischer Wert, abgeleitet allein aus der Höchstdrehzahl des Motors in Verbindung mit der längsten Übersetzung von 3.25:1 (Kommentar eines unbekannten Testers: “Die Fahrwiderstände hatten etwas dagegen”).

*3 Die Voll-Aluminium-Karosserie soll 130 kg weniger gewogen haben als die Stahlausführung.

*4 Die Änderungen an den Steuerzeiten umfaßten nur eine sehr geringe Vergrößerung von “Einlaß schließt”, dafür aber eine Erweiterung der Ventilüber- schneidung und Vergrößerung des Ventilhubs auslaßseitig.

*5 Über die zusätzliche Änderungen gegenüber der bereits bekannten Sportnockenwelle liegen keine Daten vor.

*6 Auch die Modelle mit Karosserien aus Stahlblech besaßen Türen und Hauben aus Aluminium.

*7 Originalinformationen Mercedes-Benz 1957 - laut einer historischen VDI-Meldung besaß Superkraftstoff im Jahre 1954 und in Deutschland eine durchschnittliche Oktanzahl (ROZ) von 87.

*8 Ursprüngliches Patent Han(n)s Trippel (später bekannt für Schwimmwagen).

*9 Der Gitterrohrrahmen wurde verändert für die Türen, für die neue Eingelenk-Pendelachse und für einen brauchbaren Kofferraum, der beim Flügeltürer praktisch nur für ein Ersatzrad zur Verfügung stand. Im Zuge dessen mußte auch der Tank verkleinert und verlegt werden. Die Ergebnisse der Rahmenänderungen im Fahrversuch waren zunächst negativ, sie führten unerwartet zu deutlichen Verwindungserscheinungen, weshalb Nachbesserungen nötig waren. Laut Erich Waxenberger (Darmstadt 2005, 40 Jahre W108) hatte man außerdem im ersten Entwurf zu kurze Schubstreben entwickelt, was erheblichen Einfluß auf den Geradeauslauf hatte (beim Ein- und Ausfedern der Hinterräder). Danach wurden die Schubstreben auf ein akzeptables Maß verlängert.

*10 Die Fahrzeuge besaßen serienmäßig keine Stoßstangen und auch keine Heizung, beides konnte ohne Aufpreis mitbestellt werden.

*11 Die Ausgleichsfeder an Pendelachsen soll es zuerst am 300 SL Roadster gegeben haben, obwohl vor dessen Serieneinführung bereits Mercedes-Modelle erschienen, die eine Eingelenk-Pendelachse mit tiefgelegtem Drehpunkt hatten.

 

 

Die Sterntwiete —  Private, nichtkommerzielle Seite  © 2004 - 2022 M. Parschau, Hamburg